Winterlaufserie 2010

Verfasst am 7. Februar 2010 in Training | 2 Kommentare »

WinterlaufserieWas hatte ich mich in den letzten Tagen gefreut, dass es nun wieder mit einem Wettkampf losgehen würde. Endlich wieder einmal sehen, wie die Dinge um einen bestellt sind. Zumal eine Einschätzung im Vorfeld schwierig fällt. Zwar habe ich in den letzten Wochen viele Läufe machen können, doch davon die meisten unter schwierigen winterlichen Bedingungen. Nach einem läuferisch guten Start in das Jahr musste nun eine Bewährungsprobe her. Die Winterlaufserie in Duisburg hatte ich bereits die beiden letzten Jahre mitgemacht und eine Teilnahme im Jubliäumsjahr der 25. Auflage musste natürlich auch sein. Eine lange im Vorfeld getätigte Anmeldung vorausgesetzt, denn die Serie ist traditionell sehr schnell ausgebucht. Strecke, Organisation, Umfeld – meinen bisherigen Erfahrungen nach läuft von seiten der Veranstalter stets alles bestens.

Die unrühmliche Zeit von 2009 zu unterbieten hatte ich mir bereits zur persönlichen Pflicht auferlegt, denn 57:40 min sind schlichtweg indiskutabel für jemanden, der mal an die 45er Marke heranlaufen wollte. Im Newsletter der Veranstalter war eine schnee- und eisfreien Strecke versprochen worden und diese fand man nach einigen Tages des Tauwetters dann zum Glück aller Beteiligten auch vor. Kühl, leichter Nieselregen – viel besser kann das Wetter nicht sein, um mich so richtig herauszufordern. Aufgrund der kurzen Hose schnell zwischen aerodynamischen Vorteilen und maskulinem Erscheinungsbild abgewogen – dann jedoch auf Beinenthaarung verzichtet. Das überlasse ich dann doch lieber den Profis. Als Alternative empfiehlt sich da doch eher der Gang für kleine Jungs kurz vor dem Start, das spart schließlich auch Gewicht ein;-)

WarmlaufenDie Anreise nach Duisburg war wie immer problemlos. Parkplätze gibt es genug, die Ausgabe der Startunterlagen funktioniert schnell und routiniert. Kurz vor dem Start noch schnell eine Runde warmlaufen und schon stand ich im Starterfeld neben dem Schild mit der “5:30″. Plötzlich fällt der Startschuss und alles rennt los. Vom Gefühl definitiv schneller als 5:30/km, doch mir ist es gleich. Mein Kumpel auf dem Display der Forerunner zeigt mir ja an, wie ich im Vergleich zur angepeilten Kilometerzeit liege.
Die ersten 1.000 Meter huschen wie immer schnell vorbei – die Meute rennt. Nach dem zweiten Kilometer habe ich mal gerade 10:11 min auf der Uhr. Auch bei der nächsten Marke sind nur wieder 5:07 min vorbei. 5:09, 5:12, 5:05. Ich laufe, stetig und knapp oberhalb einer 5er Zeit. Und es läuft sich gut. Gleichmäßiges Atmen, keine aufkommenden Seitenstiche oder ähnliche Probleme. Im Gegenteil: Die Beine fühlen sich leicht und unbesiegbar an, als hätten sie über die letzten Wochen nur darauf gewartet endlich einmal wieder schneller laufen zu dürfen als die schneeerprobten 6:20 pro Kilometer.

Ich passiere die 7-km-Marke. Mit konstantem Tempo überholt man nun viele derer, die ihre angegangene Geschwindigkeit nicht halten können. Überraschenderweise gehöre ich zu denjenigen, die überholen. Die Beine werden zwar nun erkennbar müder, doch auf den Metern im Wald fühle ich mich frisch und heimisch. Der Displaykollege meint, ich würde wohl unter 52 Minuten bleiben. Ich sage ihm, er soll mich nicht verarschen.
Die Puste wird auf den letzten 1500 Metern zunehmend weniger. Doch dann, endlich, der Einlauf im Leichtathletikstadion. Ich bin froh, dass es endet. Heute brauche ich keinen Entspurt um noch einmal zwei Sekunden einzufordern. Es ist einfach schön, sich selbst zu überraschen; sich selbst zu zeigen, dass man mehr kann als man denkt. Zumindest läuferisch – denn mit der Bedienung der Uhr bin ich in soweit überfordert, dass ich die Zeitnahme nicht stoppen kann. Weil mir das erst einige Minuten später auffällt muss ich bis zum Abend warten um meine Zeit im Netz überprüfen zu können. 51:34 min sind es netto. Eine Zeit zwischen zwei Welten: Gut sechs Minuten schneller als im Vorjahr, doch fünfeinhalb Minuten langsamer als vor zwei Jahren. Da bleibt eigenlich nur noch die Frage offen, für welche der beiden Welten ich mich in Zukunft entscheide. Der Displayläufer ist zumindest der Ansicht, er würde auch mit einer 4:30er Zeit klar kommen…

<a title=”{20100206_2} Aufwärmen vor dem Lauf ist angesagt. Foto: 42195-blog.de” href=”http://www.42195-blog.de/wp-content/gallery/20100206_2.jpg”><img style=”margin: 5px 7px;” src=”http://www.42195-blog.de/wp-content/gallery/20100201_1.jpg” alt=”Warmlaufen” width=”160″ height=”120″ align=”right” /></a>

Jetzt aber wirklich!

Verfasst am 4. Februar 2010 in Training, Wettkampf | 4 Kommentare »

Mein Lauf gestern war länger als geplant und anstrengender gewollt. In Vorfreunde und Erwartung auf den Start der Winterlaufserie am Samstag habe ich mich heute also noch einmal zu einer kleinen Runde aufgemacht. Dieses Mal aber wirklich kurz: 6 km und Zeiten weit jenseit der 6:30/km. Lag aber letztlich doch eher an den glatten Wegen als an der Entspannheit des Laufens. Ich hoffe, die Jungs und Mädels in Duisburg schaffen es die Wege einigermaßen frei zu bekommen – Bedingungen, wie sie hier zur Zeit zu finden sind, laden nicht zum schnellen Laufen ein. Das war aber nun die letzte Laufrunde vor dem Wochenende. Versprochen.

Kälter war besser

Verfasst am 3. Februar 2010 in Training | 2 Kommentare »

Als Autofahrer mag man über die nun einige Grad über Null liegenden Temperaturen glücklich sein; sind die Straßen hier doch weitenteils wieder gut befahrbar. Doch als Läufer hatte ich heute nicht allzu viel Spaß am Auftauen der hiesigen Schneemengen. Glitschig, tief und anstrengend – so die Bedingungen des heutigen Laufs. Dabei hatte ich doch eigentlich eine entspannte Abschlussrunde vor dem 10er am Wochenende in Duisburg geplant gehabt.

Macht aber nichts, dann eben doch ein wenig mehr Anstrenung. Dafür aber die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen. Jetzt bin ich heiß auf das Wochenende. Auf vernünftigen Wegen sollte eigentlich alles glatt gehen bei der Mission “nur nicht schlechter als letztes Jahr”. Aber bei Bedingungen wie heute… dann geht es halt nur langsam und vorsichtig voran. Einfach mal abwarten und Tee trinken.

Erfolgsspur im Schnee

Verfasst am 1. Februar 2010 in Training | 3 Kommentare »

GeländelaufEigentlich bin ich ein totaler Fan von Statistiken. Doch erst heute kam mir die Erkenntnis, dass ich die Maßzahl schlechthin bislang nie betrachtet habe: Meine gesamten Kilometer. Also nicht die in diesem Monat oder dem letzten Jahr – sondern seit dem ich meine Läufe schriftlich festhalte. Und siehe da: Die Addition von ein paar einfachen Zahlen später stelle ich fest, dass ich im Januar meinen 5000. dokumentierten Kilometer erlaufen habe. Das ist nicht viel, wenn man sich überlegt welche Distanzen manche allein pro Jahr zurücklegen, doch für mich persönlich finde ich das schon eine gewaltige Hausnummer.

Dabei war der Januar mehr als nur aufgrund dieses “Jubiläums” ein erfolgreicher Monat. Mit 133 km bin ich so viel in einem Monat unterwegs gewesen, wie ich es seit Juni 2008 nicht mehr war. Damals war es der letzte richtig aktive Monat nach meinem Marathon gewesen und ich hatte über 200 km zurückgelegt. Ich bin im Januar also so viel gelaufen, wie in keinem Monat seit eineinhalb Jahren. Eigentlich schockierend, wenn man sich überlegt, dass 133 jetzt nicht wirklich eine übermenschliche Leistung darstellt.
Zumindest war dies ausreichend Motivation, sich bereits heute wieder der winterlichen Umgebung zu stellen und einen Lauf zu wagen. Heute ist erst einmal die letzte Gelegenheit für ein wenig Anstrengung gewesen, möchte ich am Samstag bei der Winterlaufserie in Duisburg doch fit und ausgeruht an den Start gehen. Ausgesucht hatte ich mir hierfür mal wieder meine Strecke querfeldein durch den Wald: Rund drei Kilometer über Stock und Stein, über Bachläufe und durch Sumpflöcher. Alles in allem also ein Lauf, bei dem ich mich einsauen und richtig wohl fühlen kann.

Nach dem Überqueren diverser provisorischer Ast-Brücken, mehrfachen Versinkens in Schlammgruben, die unter dem Neuschnee nicht auszumachen waren sowie verschiedenen Sprungeinlagen über auftauchende Hinternisse verlegte ich den Heimweg noch auf eine etwas weiter führende Trasse rund um die örtlichen Bergehalden bis ich im Sonnenuntergang schließlich wieder zu Hause ankam. Über eine Kilometerzeit muss man sich bei einem solchen Lauf keine Gedanken machen, der Spaß steht im Vordergrund. Und den hatte ich reichlich. Von mir aus könnte jede Woche so gut anfangen.

Wintersonne

Verfasst am 30. Januar 2010 in Training | 7 Kommentare »

WintersonneGestern war Überwindung nötig, um sich dem Laufen ergeben zu können. In der Nacht hatte es jedoch wieder ein paar Zentimeter Neuschnee gegeben und die Sonne begleitete einen Vorzeige-Wintertag. Der Lauf gestern war anstrengend genug gewesen, sich heute in den Muskeln bemerkbar zu machen, also sollte heute eine ähnliche Runde von ca. einer Stunde genügen.

Im Gegensatz zur gestrigen Einheit hatte ich mich heute in deutlich weniger Kleidung eingewickelt, sogar die kurze Hose habe ich wieder ausgepackt, wenn dies anscheinend auch nur auf begrenztes Verständnis der mir begegnenden Fußgänger stieß. Unglaublich welche innere Wärme sich durch einen äußeren Einfluss wie z. B. Sonnenschein erreichen lässt. Da kann ich es mir verzeihen, dass ich bei dem Wetter kaum in der Lage bin in die Nähe einer 6er Kilometerzeit zu kommen. Immerhin ließen sich heute unterwegs tolle Fotos machen. Endlich wieder etwas Sehenswertes vor der Kamera – und nicht nur unansehnliches Grau.

Da muss man durch

Verfasst am 29. Januar 2010 in Training | 2 Kommentare »

Ein Wetter wie heute reizt mit absolut gar nichts. Den Tag über hat es mehr oder minder leicht geschneit. Jedoch kein Pulverschnee, bei dem das Läuferherz sich freut und man sofort seine Abdrücke im frischen Weiß hinterlassen will. Stattdessen richtig nasser Schnee, der bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt herum weder liegen bleiben noch schmelzen möchte. Die Folge ist verwässerter Schneematsch der an zusammengewehten Stellen auch gerne die Laufschuhe komplett in sich versinken lässt. Es ist nicht kalt – es ist nicht warm. Es ist feucht, doch man wird nicht richtig nass. Die Sonne geht noch nicht unter, aber die Umgebung ist dennoch in solch durchgehendes Grau getaucht, dass man meinen möchte, so hätte das Leben vor der Erfindung des Farbfernsehens ausgesehen.

Grau in grauAlles in allem ein Tag, bei dem man lieber  zu Hause im Warmen sitzt als freiwillig vor die Türe zu gehen. Doch gestern bin ich faul gewesen. Das Wochenende naht und ich hatte mir vorgenommen heute müsse eine Laufrunde drin sein, sonst wäre die Woche wieder verloren. Dies ist auf jeden Fall ein Tag, an dem ich froh bin, dass es Hörbücher gibt. Einfach den Kopf abschalten und sich berieseln lassen, während man mit gesenktem Kopf das Wetter ignorierend langsam vor sich hin läuft. Motivation ist es heute nicht, die mich antreibt. Vielmehr ist es allerdings die Wirkung des Laufens selbst; das mit sich allein sein.

Auf einmal bin ich wieder zurück. Eine Stunde ist vergangen ohne dass ich sie bewusst wahrgenommen habe. Eine Stunde, in der ich aus meinem Alltagsgedanken raus bin und einfach der Erzählung eines anderen gefolgt bin. Ist diese Stunde nun verloren, weil ich sie gar nicht wirklich gelebt habe? Oder ist es vielmehr ein Gewinn, weil ich endlich wieder laufen kann ohne mir über das Laufen Gedanken machen zu müssen? Ich denke, es ist eher letzteres. Doch genug der tiefgehenden Gedanken für den heutigen Tag (muss wohl wirklich an diesem miesen Wetter liegen). Jetzt geht es erst einmal ins Wochenende.

Des Winters zweiter Frühling

Verfasst am 26. Januar 2010 in Training | 6 Kommentare »

Die letzten SonnenstrahlenNun hatte ich mich zuletzt noch gefreut, dass zum einen der Schnee wieder geschmolzen war und zum anderen ich dadurch wieder vernünftig und sicheren Fußes laufen konnte, da fängt es auch schon wieder an zu scheien. Zuerst ein deutlicher Abfall der Temperatur, dann gestern vormittag durchgehender Schneefall. Das eigentliche Problem dabei ist nur, dass die Sonne tagsüber antauende Wirkung zeigt, während sich nachts dann eine spiegelnde Eisfläche bildet.
Heute gab es daher nur noch drei Zustände auf den Wegen: Komplett frei (weil früh genug geräumt), unberührter Schnee sowie glatte Eisbahnen. Durch die vielen Fußgänger waren die Wege im Wald meist zu letzterem geworden. Jeder Schritt verhieß die Unsicherheit beim Aufsetzen die Kontrolle komplett zu verlieren.

Dies war dann mit ein Grund, warum ich mich bei der heutigen Runde auf eine Dreiviertelstunde beschränkte. Die Luft zwar klar, kalt und angenehm, doch mit untergehender Sonne musste es nicht mehr sein. Morgen ist auch noch ein Tag. Immerhin habe ich mein Ziel für diese Woche erreicht, spätestens am Dienstag – also heute – die erste Laufrunde einzulegen. Mit der kurzen Distanz heute gebe ich meinem Fuß auch genug Gelegenheit sich von der ungewohnt hohen Belastung der letzten Wochen etwas zu erholen. Lieber drei kleine Runden als eine große, bei der ich mir zu viel zumute.

Wochenoptimierung

Verfasst am 25. Januar 2010 in Training | 1 Kommentar »

In der letzten Woche habe ich es zweimal auf die Straße geschafft um meine liebgewonnenen und länger werdenden Runden zu drehen. Fakt ist: Dies ist einmal zu wenig. Ich bin mir schon bewusst, dass ich im Augenblick nicht das Umfeld habe, vier oder fünf mal in der Woche laufen gehen zu können, doch dreimal ist mit Sicherheit drin. Vor allem, wenn es eher die mangelhafte Vorbereitung ist, die einen aufhält. Hier mal die Zusammenfassung der letzten Woche:

  • Montag: Keine Zeit
  • Dienstag: Keine Zeit
  • Mittwoch: Zügige Runde von 11,3 km
  • Donnerstag: Muskelkater
  • Freitag: Keine Lust bei miesem Wetter
  • Samstag: Zu viel zugemutet mit knapp 15 km
  • Sonntag: Muskelkater und Schmerzen im Fuß

Mir fallen da spontan zwei Sachen auf: Ersten ist mir der Umfang der Läufe im Augenblick ein wenig zu hoch, vor allem bei so wenig Einheiten insgesamt. Zum Zweiten: Wer erst am Mittwoch mit der Woche startet, wird wohl zwangsläufig Probleme haben, genügend Läufe unterbringen zu können.

Hier also mein Masterplan: Spätestens am Dienstag muss der erste Lauf der Woche erfolgen. Außerdem sollte ich nicht jeden Lauf bis ans Maximum gehen. Ich weiß, dass es nichts bringt, aber trotzdem kommt immer der Gedanke auf: Wenn man schon mal draußen ist muss man auch alles geben.

Diese Woche werde ich also mal ruhig angehen lassen, mein vorgegebenes Minimum von 20 km werde ich wohl dennoch problemlos machen können. Immerhin wäre es total blöde, sich zu diesem Zeitpunkt zu übernehmen – zwei Wochen, bevor ich mal wieder offiziell starten will…

Rückschritt zum Fortschritt und Fortschritt

Verfasst am 20. Januar 2010 in Training | 4 Kommentare »

Zugegebenermaßen eine etwas merkwürdige Überschrift. Doch sie betrifft im Grunde zwei Gegebenheiten: Zum einen erstrahlt dieses Blog nun wieder in alt hergebrachter Weise. Nach einigen ziemlich missglückten Installationsversuchen diverser Plugins für Joomla sowie einem ebenso fehlgeschlagenen Versuch die Software zumindest fürs Erste wieder in Rohform ans Laufen zu bringen habe ich die Notbremse gezogen und erst einmal wieder zurück auf Wordpress umgeschwenkt. Von daher kommt der Rückschritt, den ich mit der Überschrift angekündigt habe. Ich bin halt quengelig und mag es gar nicht, wenn die Sachen nicht funktionieren, wie ich es will.
Dass mir das im Gegenzug allerdings auch wieder einen Fortschritt gebracht hat, erkennt man weiter unten: Wordpress kann zwar eigentlich nicht viel, doch Plugins ans Werkeln zu bringen klappt in aller Regel problemlos. So habe ich nun zumindest hier eine erste Möglichkeit, meine Strecken über google maps einzubinden.

Den eigentlich bekundeten Fortschritt brachte mir jedoch der heutige Lauf. Ich war ausnahmsweis mal etwas früher dran, hatte also noch die Gelegenheit ein wenig Tageslicht abzubekommen. Im Vorfeld hatte ich überlegt, den ein oder anderen zügigen Kilometern einzustreuen, um zu testen, ob ich nach all der Langsamlauferei im Schnee zumindest noch ein halbwegs erträgliches ‘Renntempo’ anschlagen kann. Die ersten zwei Kilometer plätscherten nun mit knapp über 6:00 min/km dahin, dann hieß es ein wenig den Schritt beschleunigen. Problemlos gelaufen zeigte mir die Uhr am Ende des dritten Kilometers 5:40 min an. Hoch erfreut, wie locker es sich auf dem schneefreien Boden lief, verlangsamte ich mein Tempo und hatte vor, den Rest der heutigen Runde entspannt vor mich hin zu trotten; die Pflichtveranstaltung hatte ich ja hinter mich gebracht. Merkwürdigerweise hatte ich die nächsten 1000 m in 5:45 min hinter mich gebracht. Dabei lief ich doch eigentlich langsam, oder nicht?

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass mir vor meinem Lauf meine Urkunde der letztjährigen Winterlaufserie in Duisburg in die Hände gefallen war. Auf dieser war mein unmissverständliches Ziel für die diesjährige Ausgabe abgedruckt: 10 km in einer Zeit unter den 57:40 min von 2009. Während ich so “locker” in meinen 5:45 dahinlief kam mir der Gedanke, das Ganze etwas zu forcieren. Ich bereitete mich auf einen längeren Tempoeinsatz vor – andere Schrittlänge und den ganzen Kram – und lief weiter. 5:41 – 5:39 – 5:25 – 5:23 – ich wurde immer schneller. Irgendwann packt einen dann natürlich der Ehrgeiz. Kilometer Nr. 10 beendete ich in endspurtartigen 5:06 min.

Die Zwischenzeiten fix addiert komme ich – trotz der ruhig einlaufenden ersten zwei Kilometer – so auf eine Zeit von 56:22 min nach zehn Kilometern. Es folgte noch ein wenig Auslaufen, doch das muss einem ja nicht den Schnitt versauen. Wo stehe ich jetzt? Auf jeden Fall besser da, als noch heute morgen und anscheinend auch ein ganzes Stück weiter vorn als vor einem Jahr um diese Zeit. Damals hatte ich mich gerade so “in Form” gebracht als ich zum Wettkampf über die zehn Kilometer antreten musste. Jetzt habe ich die Zeit geschlagen, obwohl ich vor zwei Tagen noch einen knappen Halbmarathon gelaufen bin.

Ich bin sicherlich noch weit von früheren Glanzmomenten entfernt, zu weit um mir meine damalige Verfassung überhaupt noch richtig vor Augen führen zu können, doch im Augenblick scheine ich auf einem guten Weg zu sein. Ich fühle mich gut und finde (teu teu teu) Zeit und Gelegenheti zum laufen. Es entspannt, fordert, motiviert, beruhigt. Vor allem ist mir das Laufen wieder wichtig. Und so schließe ich für heute mit dem etwas spirituell angehauchten Hoffen nach lang anhaltender Fortführung der derzeitigen Entwicklung.

Immer weiter

Verfasst am 17. Januar 2010 in Training | Keine Kommentare »

Genau zwei Wochen ist es her, dass ich einen für mich etwas überraschenden Lauf von über 15 Kilometern geschafft hatte. Nach dem Schneegestöber am letzten Wochenende bot sich daher erst jetzt wieder die Gelegenheit zu überpüfen, ob es möglich ist, dass dies nicht ein einzigartiges Erlebnise war.

Von Wetter wurde ich dabei weitgehend unterstützt: 3 °C und leichter, wenn auch durchgängiger Regen. Ideal um sich zu zeigen, dass man ein harter Kerl ist aber gleichzeitig freundlich genug, um Laufen nicht in ein Leiden zu verwandeln. Dennoch verleiteten mich diese ungewohnt hohen Temperaturen zu der völligen Fehleinschätzung, der Schnee sei nun weitgehend geschmolzen und ein Umstieg auf “normale” Laufschuhe nach den Wochen der Trailschuhe wäre kein Problem. Mitnichten! Der Schnee auf den Waldwegen war in den letzten Tagen zwar reichlich angeschmolzen, hatte sich dabei jedoch zu teils mehrere Zentimeter hoch stehender, wässrigen Schneematsche verwandelt. Mit der Folge, dass mir schon nach ein paar Minuten das Wasser hoch in den Schuhen stand. Meine Bewegungen erinnerten teilweise wohl eher an ein Stapfen als an einen flüssigen Laufschritt.

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