Immer weiter
Verfasst am 17. Januar 2010 in TrainingGenau zwei Wochen ist es her, dass ich einen für mich etwas überraschenden Lauf von über 15 Kilometern geschafft hatte. Nach dem Schneegestöber am letzten Wochenende bot sich daher erst jetzt wieder die Gelegenheit zu überpüfen, ob es möglich ist, dass dies nicht ein einzigartiges Erlebnise war.
Von Wetter wurde ich dabei weitgehend unterstützt: 3 °C und leichter, wenn auch durchgängiger Regen. Ideal um sich zu zeigen, dass man ein harter Kerl ist aber gleichzeitig freundlich genug, um Laufen nicht in ein Leiden zu verwandeln. Dennoch verleiteten mich diese ungewohnt hohen Temperaturen zu der völligen Fehleinschätzung, der Schnee sei nun weitgehend geschmolzen und ein Umstieg auf “normale” Laufschuhe nach den Wochen der Trailschuhe wäre kein Problem. Mitnichten! Der Schnee auf den Waldwegen war in den letzten Tagen zwar reichlich angeschmolzen, hatte sich dabei jedoch zu teils mehrere Zentimeter hoch stehender, wässrigen Schneematsche verwandelt. Mit der Folge, dass mir schon nach ein paar Minuten das Wasser hoch in den Schuhen stand. Meine Bewegungen erinnerten teilweise wohl eher an ein Stapfen als an einen flüssigen Laufschritt.
Trotz allem habe ich es genossen endlich mal wieder ein bischen weiter von zu Hause entfernt mich zu bewegen – ohne die Sicherheit, im Notfall jederzeit abbrechen und schnell zurück sein zu können. Auf diese Weise vergingen die ersten sieben, acht Kilometer ohne dass ich sie wirklich wahrgenommen habe. Erst danach kam eine sich langsam ausdehnende Müdigkeit in den Beinen auf. Ab Kilometer 14 wurde es hart. Die anstrengende Lauftechnik auf den matschigen und glatten Wegen reichte mir zu diesem Zeitpunkt. Doch mir fehlten noch ein paar Meter zurück zur Heimat. Am Ende hatte ich so knapp 17,5 km mit 1:48 h auf der Uhr. Bis zum Halbmarathon fehlt mir noch ein wenig, doch ich bin sehr glücklich endlich auf einem guten Weg zu sein. Zudem habe ich bereits jetzt 80 km diesen Monat erlaufen – nach all den Aussetzern der letzten Monate wunderbar. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dieser Monat noch zwei Wochen zum Laufen zu bieten hat!
Und um ein wenig Poesie in die Sache zu bringen: Während des Laufens bereit begleitete mich in Gedanken immer wieder ein Stück von Thomas D., das dem heutigen Lauf – und auch meiner momentanen Situation – nicht unangemessen scheint:
Ich war so manches Mal gestrandet, doch ich stand wieder auf
und auch am Boden zerstört, hörte ich nie damit auf
zuwissen dass ich mich, was iimmer kommt, ergeben muss
und wenns noch schlimmer kommt, dann weil ich es erleben muss
Thomas D. – Fluss
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