Weichei?!?
Verfasst am 4. August 2009 in TrainingDa bin ich doch tatsächlich ein paar Tage lang voll Elan immer früh aufgestanden und habe es geschafft sogar zu unglaublicher Frühe Runden von 10 km zu laufen. Schönes, warmes und sommermorgendliches Wetter hatten mitsamt der aufgestauten Motivation geholfen den inneren Schweinehund zu besiegen. Doch wenn man nichts Gutes mehr gewohnt ist tut man sich schnell zu viel an. Eine Entzündung der Fußsehnenplatte war die Folge. Oder läuferumgangssprachlich: Plantarfasciitis.
Insgesamt wirklich sehr unangenehm. Vor allem wenn man seit einem halben Jahr endlich mal wieder ein gutes Gefühl beim Laufen entwickelt. Eine derartige Verletzung hatte ich auch früher schon, wenigstens war es dieses mal nicht allzu langwierig. Dennoch ist das eine unschöne Geschichte: Der Fuß lässt sich nicht schmerzfrei abrollen und so wird auch normales Gehen schnell zum Problem.
Die Folgen sind natürlich offenkundig: Den gut begonnenen Juli habe ich in der zweiten Hälfte völlig vergessen können und stehe unterm Strich mal wieder mit gerade 94,5 km in einem Monat dar. Das ist zwar fast so viel wie in Mai und Juni zusammen, aber Not mit Elend zu vergleichen macht die Sache ja nicht besser.
Gestern hatte ich dann endlich wieder den Mut (und die Zeit) meine Laufschuhe zu schnüren. Es war ein noch halbwegs schöner sommerlicher Frühabend. Nur die Luft war wieder viel zu feucht. Geplant hatte ich – wie bei einem der besseren Läufe im Juli – die hiesige Halde zu erklimmen. Weit wäre es nicht gewesen, nur steil bergauf. Doch schon nach einem Drittel der Höhe musste ich pumpend aufgeben.
Als offensichtliches Weichei wollte ich mir dann den Erfolg die Aussicht von oben zu genießen nicht mehr gönnen. Daher an dieser Stelle das Gelöbnis: Den Ausblick gibt’s erst wieder, wenn ich den Aufstieg ohne Zwischenpause schaffe. Das sollte eine kleine Motivation sein ein wenig was an der Kondition zu tun, denn Weitblick und Freiheitsgefühl wie dort oben findet sich in der hier ansonsten relativ flachen Gegend nur schwierig.
Wenigstens ging es nach der deprimierenden Ankunft auf dem Boden der Tatsachen noch ein paar Kilometer weiter auf flacher Strecke. So kam ich am Ende auf 10,15 km die in erwartet langsamen 1:00:20 h beendet waren.
Nach dem Lauf war ich dann doch sehr nachdenklich. Wie kann es gewesen sein, dass es mir so leicht fiel “mal eben” zwei Stunden zu laufen. Oder dass sich dieses freie und entspannte Gefühl beim Laufen immer so schnell eingestellt hat, während ich jetzt beim Laufen eigentlich nur noch die Anstrengung besiege? Wie stark sich ein körperlicher Zustand doch entwickeln und auch wieder verfallen kann. Am Schluss bleibt von Motivationsbekundungen immer nur wenig übrig, wenn sie nicht in tatsächliche Laufeinheiten umgesetzt werden.
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5 Kommentare in “Weichei?!?”
Verfasst von Gerd am 4. August 2009
Da leidet man ja beim Lesen richtig mit.
Ich drücke Dir die Daumen, dass es jetzt wieder aufwärts geht. Schließlich wartet eine entsprechende Aussicht auf Dich!
Verfasst von Christian am 4. August 2009
Verlange nicht zuviel von Dir! Meiner einer wäre stolz auf solch eine Leistung. Gehst ja schon hart mit Dir um. Kurzes gehen wäre doch kein Fehler zumal Du dann dein Etappenziel erreichen könntest und dir zumindest ein Erfolgserlebnis hättest einheimsen können.
Verfasst von 42195-blog.de am 5. August 2009
Gerd:
Du wirst das ja kennen, du konntest ja einige Zeit auch nicht so wie du wolltest. Nur wäre es langsam mal schön, die ganzen Wehwecchen hinter sich zu lassen und (wenn auch selten) wenigstens wieder in Ruhe laufen zu können.
Christian:
Man muss doch viel verlangen. Ich finde man kann sich nur verbessern wenn man mehr von sich verlangt als man leisten kann.
Und letztlich stehen die Anforderungen, die ich an mich stelle, immer noch vor dem Hintergrund, welche Leistungen ich mal ohne Probleme bringen konnte.
Wenn man das erste mal sich das ganze erläuft ist das richtig gut, weil man Stück für Stück einen körperlichen Zustand erreicht, den man so vorher noch nie hatte. Beim zweiten mal ist aber jeder Schritt doppelt anstrengend, weil man weiß wie viel noch nötig ist bis man da angekommen ist wo man mal war.
Manchmal etwas deprimierend und durchaus stresserzeugend, da gebe ich dir recht. Aber ohne Ziele würde ich es ganz sein lassen, dafür bin ich insgeheim zu bequem.
Verfasst von Hannes am 6. August 2009
Angenehm klingt das wirklich nicht, ein pures Leid für den Läufer. Wobei bei dir ja scheinbar auch die Freude am Laufen ein wenig fehlt – das ist sehr schade. Vielleicht sind die Runden zu gezwungen, zu anstrengend, zu schmerzhaft. Ich wünsche dir für deinen Körper alles Gute. Und lauf sonst erstmal ein paar kleinere Runden, vielleicht mit Musik – das könnte helfen, um wieder langsam rein zu kommen.
Verfasst von 42195-blog.de am 11. August 2009
Hannes:
Freude am Laufen habe ich schon – wenn ich denn mal dazu komme. Trotzdem nervt es halt, wenn einen ständig irgendwelche Beschwerden plagen. Schließlich möchte ich ja aus Ausgleich für den Rest des Tages entspannt laufen gehen und nicht noch eine zusätzliche Belastung haben.