Da muss man durch
Verfasst am 29. Januar 2010 in TrainingEin Wetter wie heute reizt mit absolut gar nichts. Den Tag über hat es mehr oder minder leicht geschneit. Jedoch kein Pulverschnee, bei dem das Läuferherz sich freut und man sofort seine Abdrücke im frischen Weiß hinterlassen will. Stattdessen richtig nasser Schnee, der bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt herum weder liegen bleiben noch schmelzen möchte. Die Folge ist verwässerter Schneematsch der an zusammengewehten Stellen auch gerne die Laufschuhe komplett in sich versinken lässt. Es ist nicht kalt – es ist nicht warm. Es ist feucht, doch man wird nicht richtig nass. Die Sonne geht noch nicht unter, aber die Umgebung ist dennoch in solch durchgehendes Grau getaucht, dass man meinen möchte, so hätte das Leben vor der Erfindung des Farbfernsehens ausgesehen.
Alles in allem ein Tag, bei dem man lieber zu Hause im Warmen sitzt als freiwillig vor die Türe zu gehen. Doch gestern bin ich faul gewesen. Das Wochenende naht und ich hatte mir vorgenommen heute müsse eine Laufrunde drin sein, sonst wäre die Woche wieder verloren. Dies ist auf jeden Fall ein Tag, an dem ich froh bin, dass es Hörbücher gibt. Einfach den Kopf abschalten und sich berieseln lassen, während man mit gesenktem Kopf das Wetter ignorierend langsam vor sich hin läuft. Motivation ist es heute nicht, die mich antreibt. Vielmehr ist es allerdings die Wirkung des Laufens selbst; das mit sich allein sein.
Auf einmal bin ich wieder zurück. Eine Stunde ist vergangen ohne dass ich sie bewusst wahrgenommen habe. Eine Stunde, in der ich aus meinem Alltagsgedanken raus bin und einfach der Erzählung eines anderen gefolgt bin. Ist diese Stunde nun verloren, weil ich sie gar nicht wirklich gelebt habe? Oder ist es vielmehr ein Gewinn, weil ich endlich wieder laufen kann ohne mir über das Laufen Gedanken machen zu müssen? Ich denke, es ist eher letzteres. Doch genug der tiefgehenden Gedanken für den heutigen Tag (muss wohl wirklich an diesem miesen Wetter liegen). Jetzt geht es erst einmal ins Wochenende.
Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen oder einen Trackback setzen.
2 Kommentare in “Da muss man durch”
Verfasst von ultraistgut am 30. Januar 2010
Ist diese Stunde nun verloren ?
Niemals, sie kann soviel Kraft, Ruhe und Freude bringen, dass sie niemals verloren sein kann.
Mieses Wetter liegt immer im Auge des betrachters, think pink, und das Leben kann auch bei vermeintlich schlechtesten äußeren Bedingngen wunderschön sein – gerade beim Laufen !
Ich merke, ich gerate schon wieder ins Schwärmen !
Verfasst von 42195-blog.de am 30. Januar 2010
ultraistgut:
Du hast Recht, das Laufen gibt einem schon genügend Gelegenheiten das Leben in angenehmer Weise wahrzunehmen.
Man muss die Gelegenheiten nur nutzen.